22.03.2006
Generationenwechsel und die digitale Ware
Ein CMS-System und Templates die auf PHP basieren sind auf den meisten lokalen Rechnern nutzlos. Da braucht es schon eine separate Installation wie XAMPP oder Appserv. Oijeeeh! Keine sehr schönen Aussichten, wenn es um Otto, den Normalverbraucher geht. Doch es gibt schon einige die mit den Erfahrungen im Internet akzeptieren, dass es unterschiedliche Systeme gibt, dass man manche Software erst einmal auf den Server schicken muss und auch verschiedene Konfigurationen erforderlich sind bzw. eingestellt werden müssen.
Wenn es zu Kauf kam, war das akzeptiert. Ich habe die ZIP verschickt und der Kunde hat selbst installiert oder lies installieren.
Die Wahl meines Systems mit Editland war so einfach, dass di eTatsache, dass es kein Handbuch auf Papier gab kein Problem war … das heißt, doch einmal erlebte ich, dass ein Kunde mit dem gewissen Unterton mir erklärte, dass er die PDF-Datei ausgedruckt habe.
Da hat er mir etwas voraus.
Vor einigen Tagen hatte ich Kontakt mit einem Interssenten, der etwas Handfestes wollte. Sprich eine Schachtel, eine CD und ein Handbuch.
Ich schrieb zurück. Kein Problem eine CD könne er ohne Aufpreis gerne haben, aber ein Handbuch versende ich nur gegen einen Aufpreis von 20 Euro.
20 Euro erscheint sehr viel Geld , doch ich bin bei der Auflagenstärke 1 noch günstiger als ein professioneller Anbieter, der nichts anders macht als Bücher in Kleinauflagen herauszugeben und dessen Maschinenpark im Unterschied zu meinem darauf eingerichtet ist. Und da das Handbuch immer wieder auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst wird, also so umfangreich wie nötig und schlank wie möglich geschrieben ist, wird die Auflagenstärke kaum einmal 1 vielleicht 5 übersteigen. Die Quote derer, die etwas Handfestes wollen ist extrem niedrig und wird niedriger werden. Ich kann schon lange gern auf das viele Altpapier verzichten. Das Buch hat wirklich nur noch die Funktion, dass es in der Embryostellung , unter der Bettdecke, oder mit Kanalanschluss (wobei bei diese pietätvolle Umschreibung für Locus jetzt nicht immer zutreffen muss) gelesen werden kann.
Dem Argument “neben dem Computer lesen zu können” kann ich angesichts der ALT+TAB-Tastenkombination nichts gewinnendes abringen. Mein Computer hat bei digitalen Daten sowohl im PDF als auch als HTML-Dokument gelesen eine Suchfunktion, die bei Handbüchern sehr willkommen ist und im Printwerk selten effizient integriert ist. Weder ein alphabetischer Index noch die Stichworteinbuchtungen einiger teurer Wörterbücher schlagen das Suchfeld und Stichwortindex und Stichworttaben, kann auch ein digitales Werk bieten. Im Fall der Einbuchtungen sogar günstiger in den Produktionskosten.
Ich habe das Gefühl, dass der Interessent sich nun nicht mehr meldet, liegt daran, dass er das Gefühl hat, bei mir unter die legalen Straßenräuber zu fallen. Dabei sind 20 Euro nicht einmal meinen Aufwand deckend, der durch die Produktion eines einzelnen Exemplars entsteht. Mehr als eines auf Halde zu legen, macht noch weniger Sinn. Ich bedaure, dass die Diskrepanz zu den Massenprodukten, die man im Mediamarkt in den Regalen kaufen kann so groß ist, aber für diese Vertriebsstruktur fehlt mir neben dem Willen auch der Etat und ginge zudem meinem Arbeitsstil vorbei. Das kleine Stückchen Exklusivität, das individuellen Service sogar am Telefon über eine gewöhnliche Festnetzleitung mit einer kompetenten Ansprechpartnerin (aktuell der Chefin persönlich) einschließt, dass ich durch die Preisgestaltung erhalte, ginge damit verloren. Dann empfehle ich doch gleich, sich eine CD mit 1000 Frontpage-Designs von DataBecker zu kaufen. Da gibt es dann etwas handfestes auf dem gewohnten Preis-/Leistungsniveau aus dem Buchhandel. Das kann man dann auch im Brick&Mortar-Shop finden bei dem man dem Verkäufer noch eine Hand aus Fleisch und Blut schütteln darf. Nicht dass meine Hand nicht auch aus Fleisch und Blut ist, aber das mit dem Hände schütteln verbindet sich für die meisten meiner Kunden mit einem recht teuren und langen Anreiseweg sogar über die Landesgrenzen hinweg.
Mir bleibt nichts weiter ürbrig, Interessenten ziehen zu lassen, oder? Auch wenn ich es bedaure, denn ich denke diese Kunden suchen schon genau das, was ich biete, sie haben nur noch nicht realisiert, dass damit diese 1000 Frontpage-Designs für DataBecker sich rechnen, diese sich 10.000 Mal verkaufen müssen und das Vertriebsziel ist sicherlich noch deutlich höher. Übrigens den Zusammenhang zwischen Auflage und Preis zeigt sehr schön das zweite Produkt von DataBecker … 1000 Dreamweaver-Designs, das es für ca. ein Fünftel des Preises gibt. Mann-oh-mann, muss Frontpage an Boden verloren haben. Und da Schachtel und Demo-Screenshots identisch sind, vermute ich, sind es auch die Designs auf der CD selbst, die nur in der Struktur den unterschiedlichen Systemen angepasst wurden, was nicht sehr Aufwändig ist.
Meine Kunden sind es sich wert. Ich nenne es “Ein klein wenig Exklusivität im Rahmen der Vernunft und Leistbarkeit auch und gerade für Unternehmensgründer mit einem Smallbudget.”
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