11.05.2006
Editland-Sites vs Weblog (am Beispiel Wordpress)
Editland bietet, wie Nutzer wissen, eine sehr angenehme Benutzeroberfläche und den Vorteil, dass Anderungen direkt in die Seite geschrieben werden.
Das Weblog Wordpress sowie einige andere Systeme haben mittlerweile zwar einen WYSIWG-Editor, der den Nutzer davon entbindet sich mit HTML-Elementen auseinanderzusetzen, jedoch arbeitet man immer noch in einem Formularfeld. Fehler, die sich auf das umgebende Template auswirken werden erst nach dem Speichern und dem Wechsel der Ansicht offensichtlich.
Es gibt zu Editland keine Seitenzahlbegrenzung, jedoch verliert Editland ab der 50sten Seite rapide im Bereich Spassfaktor, wenn es um das Ergänzen einer Seite weit oben in der Hirarchie geht. Einer meiner Kunde hält bei der 400 Seite noch immer an Editland fest. Eine Frage der Prioritäten.
Weblog ist ein Datenbanksystem und bietet verschiedene Möglichkeiten die Seite zustrukturieren. Es hat nicht wie Editland nur eine einzige hirarchische Navigationsstruktur. Die Menüstruktur ist sehr stark auf die Tagebuchfunktion abgestimmt, was sich insbesondere bei Vielschreibern nachteilig auswirkt, wenn es darum geht Beiträge wiederzufinden.
Sowohl Editland als auch Weblog können hier durch sogenannte Plugins dazugewinnen.
Editland ist speziell für überschaubare Sites entwickelt worden.
Weblog ist speziell für Seiten geschrieben worden, die weit zurück in die Vergangenheit, Beiträge Archiviert und wieder zugänglich macht.
Editland kommt dem Nutzer entgegen bei der Organisation der Seiten.
Weblog ist etwas Sperrig, bei der Organisation der Seiten. Nachträgliches Reorganisieren ist immer davon Abhängig, welche Zusatzinformationen zur Seite man angelegt hat. Je älter die Site wird, desto starrer wird diese in ihrer Struktur.
Editland ist dynamisch, denn die Inhalte lassen sich schnell und bequem ändern. Doch Vorversionen gehen unwiderruflich verloren, hat man erst einmal gespeichert.
Auch Weblog hat keine Versionsverwaltung, doch dort wo in Editland eine Entscheidung über Sinn und Unsinn des Beitrages, über Aktualität und Priorität der Inhalte getroffen wird, wird in Weblog einfach ein neuer Beitrag an die erste Stelle gesetzt und der alte und der neue Beitrag miteinander verlinkt.
Editland-Sites sind wie alle im Umfang stark begrenzten Seiten stark fokusiert. Inhalte werden mit mehr sorgfalt konzipiert und umgesetzt. Thementreue und Themendisziplin ergeben sich durch den gesetzten Rahmen fast wie von selbst.
Das Weblog ist ein leichtes Plätschern, das zur Konversation anregt und dabei immer wieder den Fokus verliert. Inhalte werden mit einer gewissen Leichtigkeit konzipiert und umgesetzt. Das Abschweifen in artfremde Themen, die Neigung Themendisziplin schleifen zu lassen ergibt sich fast automatisch.
Editland hält einem Massenansturm sehr lange Stand. Wenn ein Beitrag “gediggt” wird, das heißt wenn plötzlich extrem viele Anfragen nach einer Seite vorhanden sind, wird das Editland nicht allzusehr in Schwierigkeiten bringen.
Das Datenbankbsierte Weblog und Wordpress im besonderen ist hier deutlich anfälliger. Ohne WP-Cache oder einem anderen Caching-System, brechen die Datenbanken schon einmal zusammen. Zwar ist nach dem Ansturm wieder alles in Ordnung, doch wäre es schön gewesen, hätte man im schlimmsten Sturm all die willkommenen Besucher empfangen können und den gewünschten Text liefern können.
Wie schnell ein Weblog in die Knie geht, ist auch ein Frage der Plugins. Dies gilt auch für Editland.
Editland hat keine Funktionen integriert, um sich selbst mit anderen Websites zu vernetzten.
Weblogs pingen was das Zeug hält und lassen nichts unversucht, um auf sich aufmerksam zu machen.
Beides hat seine Vor und Nachteile. Sites mit Editland werden von Spämmern weitgehend in Frieden gelassen. Weblogs befinden sich mit den Webspacken im Krieg und das System muss immer wieder aufgerüstet werden. So manche Site wird so überschwemmt, dass nur noch drastische Maßnahmen Abhilfe schaffen.
Filed under: Projektplanung, Seitentypen
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