Voll daneben

Silke Schümann wrote this 08:48:

Wie kann man nur so einen bornierten Mist verzapfen. Bei Alp Uçkan im Weblog befindet sich ein Zitat, das mir übel aufstößt. Es stammt aus dem Beitrag Rassenhass und -selektion in der sich ein Linux-/Mac-User diskriminiert fühlt, dass Software nur für PC-Nutzer mit Windowsinstallationen im Handel existieren. Die Wortwahl ist unsensibel und voll daneben, wie auch Alp Uçkan in seinem Beitrag “Wer selektiert hier wen?” richtig bemerkt.

Editland ist eine solche Software. Das MiniCMS baut auf ein Stück technologie auf, das so nur im Microsoft Internet Explorer für PC ab der Version 5 existiert und es erlaubt, direkt in das Seitenlayout zu schreiben und nicht nur das, es gestattet auch zwischen editierbaren und nicht editierbaren Bereichen zu unterscheiden.

Die kostenlose Bereitstellung dieser Funktion von Microsoft macht es möglich Contentmanagement online mit WYSIWYG-Funktionalität1 auszustatten und im Sinne eines engen CD2 bei dem der Benutzer geführt wird und die Gestaltungsmöglichkeiten auf die Defintionen im Styleguide3 reduziert sind. Die Reduzierung auf Gestaltungs-Regeln, die jeweils auf einander Abgestimmt sind, stellt eine professionelle Darstellung sicher.

Es ist wünschenstwert, dass auch andere Browserhersteller vergleichbare oder gar bessere Funktionen in Bezug auf die Möglichkeit eine Online-Redaktion implementieren. In Bezug auf “contenteditable” gab es in der Mozilla-Entwicklungscommunity eine heftige Diskussion, die damit endete, dass diejenigen, die diese Funktion anmahnten, beschimpft und verteufelt wurden. Die Mozilla-Fraktion tendiert bei diesen Gelegenheiten ebenso wie die Mac- und Linux-Fraktion dazu die Sachebene zu verlassen. Was angesichts der zeitweise recht rüpelhaften Methoden eines Marktführers (sei es nur, dass man kaum einen PC ohne Windows-Vorinstalltionen (siehe hierzu den Beitrag “Frechheit” von Alp Uçkan) bekommt, nicht verwunderlich ist.

Andererseits hat eine sehr große Zahl von PC-Nutzern damit keine Probleme, weder mit der Tatsache, dass man Linux-Kisten gesondert (übrigens genauso wie den Orangensaft ohne Eis) bestellen muss und freuen sich sogar noch über die Gimmicks. Einige Käufer treffen ihre Entscheidung allein auf Grund der zusätzlichen Gimmicks (Wonder Why! — ein Umstand der auch bei mir für Bewegung bei den Augenbrauen sorgt).

Es ist wie Alp Uçkan schreibt: Der Kunde selektiert.

Im Fall von Editland ist es eine Frage der Bequemlichkeit für den Anwender und auch ein wenig eine Frage des Spasses bei der Anwendung. Ich habe kein Problem damit, dass es Editland nur für Menschen mit PC und dem Windows Explorer gibt.

Menschen mit Linux und Mac, die sich ausgeschlossen fühlen sollten sich auf ihrem Markt auf der Sachebene um die Funktionalität kümmern, statt anderen Vorzuwerfen, dass sie die ihnen gebotenen Vorteile nutzen. Sorry! Alles andere ist kindischer, alberner Pipikram.


1) WYSIWYG bedeutet: “Was man sieht, stimmt mit dem Ergebnis überein” und bezieht sich auf Editiertfunktionen von Textverarbeitung und Grafikverarbeitung.
2) CD steht in diesem Context für Corporate Design und beschreibt Regeln der einheitlichen Darstellung der Gestaltungsmittel rund um Dokumente, Waren, Verpackungen, Werbemittel, Architektur, etc. eines Unternehmens.
3) Im Styleguide werden die Regeln für Schriftart, Schriftgrößen, Farben, Logo, Abstände, etc. festgelegt. so mancher Styleguide existiert nur im Kopf des Designers und findet seine Ausprägung in den gestalteten Gegenständen (Websites) selbst. Websites mit CSS haben einen solchen Stylguide via CSS.

2 Responses to “Voll daneben”

  1. Frischeblog Says:

    Das Problem liegt meiner Meinung nach viel tiefer. Früher machte das wohl Sinn, dass es verschiedene System gibt. Heutzutage ist es jedoch nur noch hinderlich. Hoffentlich geht der Trend weiter zu Java- und Webanwendungen, damit bald wieder jeder Computer mit jedem kommunizieren kann und eine Software für alle da ist.

  2. Silke Schümann Says:

    Java im Internet ist ein Kreuz. Java ist fantastisch, wenn das System den Anforderungen für Java genügt. Ich kenne extrem viele Java-Applets im Netz, die Rechner abschießen, die kreuzlahm die Navigation nachladen, mit der Suchmaschinen nichts anfangen kann.

    Java ist das letzte, was ich mir für das Internet wünsche.

Leave a Reply