Wie teuer darf es sein?

Silke Schümann wrote this 19:57:

“Ich gebe auf!” erklärt ein Interessent und Webdesigner der alten Schule. Ich möge die Umsetzung vornehmen. Gern Blablah hin, blahblah her … “Ich nehme das Template das ich Ihnen gezeigt hatte zur Grundlage und mit den Anpassungen, dass das Template aussieht wie das Design, das Sie mir zeigten mit den iFrames, … grob geschätzt ca. 500 bis 600 Euro …” Entsetzen am anderen Ende … soviel? So teuer.

Naja, sie wollen sicher nicht die 2-3 Tage Entwicklung bezahlen (es entspräche 1.800-2500 Euro), die mich das Template gekostet hat, oder? Nur am Rande, ich habe vor ca. 3 Jahren angefangen, meinen Design-Stil modernen Techniken anzupassen. Es hat mich fast 1/2 Jahr gekostet, bis ich endlich die meisten Fehler kennengelernt hatte, die Neulinge mit dem Boxmodel so erleben und ich habe teilweise bis zu einer Woche gebraucht, herauszufinden, wie man die verschiedenen Browser mit kaum bis keinen Hacks bedient.

Ich kenne viele Techniken, um grafische Design-Vorgaben webtechnisch zu lösen. Noch immer verbringe ich viele Stunden damit, neue Techniken kennenzulernen und die besten davon in mein Repertoir aufzunehmen. Wenn ich heute 2-3 Tage an einem Template entwickle, dann nicht weil ich Fehler nicht ausgemerzt bekomme, sondern weil ich um jeden überflüssigen <>-Tag streite und jeder kleine Hack mir schon zuviel ist. Es genügt mir nicht, dass ich eine schöne Oberfläche habe, ich will auch eine gelungene technische Umsetzung haben.

Entsprechend sind viele meiner Websites sogar als Quelltext flüssig und angenehm zu lesen und zwar von Mensch und Maschine. Das ist ein Fakt, den mir das Internet bislang stets sehr dankt. Meine Arbeiten zeigen alle gute Performance, was Erreichbarkeit und Ladegeschwindigkeit anbelangt. Ergo, gebe ich mich auch nicht mehr mit weniger zufrieden.

Ich kann und will es beim besten Willen nicht günstiger anbieten. Ich habe jetzt schon immer das Gefühl, dass ich mich selbst übervorteile und viel zu gutmütig durch diese Welt laufe. Sorry, wenn es nun nicht zum Abschluß kommt. Ich nehme dann eben den Kunden, der die Qualität zu schätzen weiß. Damit lässt es sich auch leben. Ich denke ich werde März 2007 meine Stundensatz auf 74 Euro netto erhöhen. Ich brauche endlich wieder ein gutes Bauchgefühl, wenn ich meinen Preis nenne und nicht jedes mal den Frust, wenn mein Bauch mich anmeckert “alles unter Wert” und ich folglich auf den Interessenten sauer werde, weil dieser es wagt, mich als teuer zu bezeichnen.

Auch wenn ich dieses Mal am Telefon charmant blieb und mit der Verhandlungstaktik meines allerersten Akquisegesprächs konterte: “Lieber Herr M., kein Problem, wir verhandeln den Preis. Ich setze für den Verhandlungsspielraum den Preis 30% rauf und sie handeln mich erfolgreich 15% runter. (ein verschmitztes breits Lächeln) Nein im ernst, wir können über die Gestaltung reden und wo wir welche Elemente reduzieren können, so dass mein Aufwand geringer wird.” Ich bekam damals den Auftrag und er hat alle Leistungen und noch darüberhinaus beauftragt. Die Site tat über 5 Jahre gute Dienste, bis das Lokal einen anderen Pächter mit einem anderen Designer und einem neuen Image die alte Site ablöste.

Vermutlich hätte ich meinem Interessenten eben erst einmal 2500 Euro um die Ohren knallen sollen und dann ihm das “glorreiche” Angebot von nur einem 5tel machen sollen, da wir auf das Template basierend arbeiten können. *tömmtölömm* Gib dem anderen den Triumph des Schnäppchens (jajajaja … fauler Zauber). Ich mache lieber faire reelle Preise.

Das Problem ist nur, dass sich bei dieser Schattenfechterei mir der Magen umdreht. Ich kann aus genau diesen Beweggründen den Metro-Konzern nicht ausstehen und wenn ich es vermeiden kann, kaufe ich bei der Konkurrenz, die nach meinem Empfinden weniger Gaukelei in der Werbung an den Tag legt. Ich will und werde mich diesem faulen Gebaren nicht anschließen.

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